Heilkräuter
Die Wirkung von Beifuß – als Tee oder zur Genesung
t-online, Marianne Wollrabe
Aktualisiert am 25.10.2022Lesedauer: 3 Min.

Die Inhaltsstoffe vom Beifuß (Artemisia vulgaris) sind vielfältig in ihrer Anwendung und Wirkung. Die Heilpflanze wird sowohl in der Küche als auch bei verschiedenen körperlichen Beschwerden eingesetzt.
Die meisten Anwendungsgebiete des Heilkrauts wurden nicht wissenschaftlich untersucht. Die Wirkung beruht zum größten Teil auf Erfahrung. Die Natur- und Pflanzenmedizin schreibt Beifuß wegen der enthaltenen Öle und Bitterstoffe verdauungsfördernde und entzündungshemmende Eigenschaften zu. Daher wird Beifuß auch häufig als Küchengewürz bei der Zubereitung schwer verdaulicher, fetter Speisen verwendet.
Beifuß wächst am Wegesrand auf kargen Böden und kann somit einfach geerntet werden. Das Kraut wird kurz vor der Blüte geerntet und getrocknet. Nach der Blüte schmecken die Blätter deutlich bitterer. Anwendungen mit Beifuß sind nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich.
Der vielseitige Beifuß ist ein gesundes Küchengewürz mit ätherischen Ölen, Flavonoiden, Bitterstoffen und Gerbstoffe.
Seit 2002 ist der Wirkstoff Artemisinin aus Beifuß als Malariamittel von der WHO anerkannt. Im Jahr 2015 erhielt die Wissenschaftlerin Chinesin Youyou Tu für ihre Entdeckung den Medizinnobelpreis. Wissenschaftler vermuten auch, dass Beifuß eine antibakterielle Wirkung hat. Entsprechende Studien stehen jedoch noch aus.
In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) hat Beifuß als Heilpflanze eine jahrhundertelange Tradition. Das getrocknete Kraut wird fein vermahlen und in kleine Kegel gepresst. Diese werden in direkter Nähe zu bestimmten Akupunkturpunkten der Haut angezündet und verbreiten dort Dämpfe mit ätherischen Ölen. Diesen Vorgang bezeichnet man als Moxibustion. Das Verfahren wird eingesetzt, um die Durchblutung des Gewebes zu verbessern. Ob das tatsächlich funktioniert, ist allerdings wissenschaftlich noch nicht geklärt.
Grundsätzlich sollten nicht mehr als drei Tassen Beifuß-Tee pro Tag getrunken werden. Nach sechs Wochen ist eine vierwöchige Pause notwendig, um eine Gewöhnung zu vermeiden. Achtung: Der Tee büßt an Wirkung ein, wenn er mit Zucker gesüßt wird.