So erkennen Sie einen Mangel und decken Ihren Bedarf

Ältere Menschen sind häufig von Vitamin-D-Mangel betroffen. Denn mit zunehmendem Alter sinkt die Vitamin-D-Produktion in der Haut. Sie beträgt bei.

Ältere Menschen sind häufig von Vitamin-D-Mangel betroffen. Denn mit zunehmendem Alter sinkt die Vitamin-D-Produktion in der Haut. Sie beträgt bei Menschen über 65 Jahren noch ungefähr 25 Prozent. Viele ältere Menschen halten sich zudem tagsüber nicht mehr so häufig im Freien auf.

Säuglinge haben ein höheres Risiko für Vitamin-D-Mangel, da sie im ersten Lebensjahr keinem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden sollen und ihr Körper noch nicht in der Lage ist, ausreichend Vitamin D herzustellen.

Ein erhöhtes Risiko für Vitamin-D-Mangel besteht ebenso bei Menschen, die nur stark verhüllend gekleidet ins Freie gehen und die Haut kaum dem Tageslicht aussetzen, zum Beispiel aufgrund einer Sonnenallergie oder aus religiös-kulturellen Gründen.

Eine dunklere Hautfarbe kann einen Vitamin-D-Mangel begünstigen, da das Hautpigment Melanin weniger UVB-Strahlung durchlässt. Das gilt insbesondere, wenn Betroffene in nordeuropäischen Regionen wie Deutschland leben, in denen die Sonnenstrahlung weniger intensiv ist.

Wer Medikamente einnimmt, die sich ungünstig auf den Vitamin-D-Stoffwechsel auswirken, steigert dadurch das Risiko für einen Vitamin-D-Mangel. Zu solchen Medikamenten zählen unter anderem:

  • Glukokortikoide wie Kortison
  • Mittel gegen Krebs (Zytostatika), wie Docetaxel, Carboplatin, Oxaliplatin
  • Brustkrebs-Mittel aus der Gruppe der Antiöstrogene, wie Tamoxifen, Anastrozol, Letrozol, Exemestan
  • Mittel gegen Epilepsie (Antiepileptika), wie Carbamazepin, Phenytoin
  • Mittel gegen HIV, wie Efavirenz

Bei der Einnahme solcher Medikamente ist es ratsam, den Vitamin-D-Status mindestens einmal pro Jahr kontrollieren zu lassen.

Zu den Risikogruppen für Vitamin-D-Mangel zählen außerdem Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Mangelernährung oder rheumatoider Arthritis.

Sicher ist, dass sich ein guter Vitamin-D-Status positiv auf Knochengesundheit und Muskelkraft auswirkt. Das spielt insbesondere bei älteren Menschen eine wichtige Rolle. Studien zeigen, dass ältere Menschen, die gut mit Vitamin D versorgt sind,

  • seltener stürzen,
  • sich seltener die Knochen brechen,
  • seltener an Muskelkraft einbüßen,
  • länger mobil sind und
  • weniger Gleichgewichtsprobleme haben.

Ältere Menschen mit gutem Vitamin-D-Status scheinen zudem insgesamt ein niedrigeres Risiko dafür zu haben, vorzeitig zu versterben. Ob Vitamin D hingegen das Risiko für Krebs, Typ-2-Diabetes, Demenz oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt, ist aus wissenschaftlicher Sicht bislang unklar und eher unwahrscheinlich.

Studien zufolge erhöht ein Vitamin-D-Mangel offenbar das Risiko dafür, an einer Depression zu erkranken. Andere Untersuchungen zeigen jedoch auch, dass eine vorbeugende Einnahme von Vitamin D das Risiko für Depressionen nicht senken kann. Hier sind weitere Forschungsarbeiten nötig.

Immer wieder stellen Forschende bei Menschen mit bestimmten Erkrankungen niedrige Vitamin-D-Werte fest. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch schließen, dass eine gute Versorgung mit Vitamin D diese Erkrankungen lindern oder ihnen vorbeugen könnte. Während in manchen Fällen vielleicht eine Erkrankung durch mangelndes Vitamin D begünstigt wird, könnte in anderen Fällen der Mangel auch eine Folge der Erkrankung sein – oder ein zufälliges Zusammentreffen.

Ein Problem der bisherigen Forschungslage zu Vitamin D ist, dass es sich größtenteils um Beobachtungsstudien handelt. Über diese lassen sich unter Umständen zwar gewisse Assoziationen herstellen, nicht jedoch ein echter Zusammenhang von Ursache, Folge und Wirkung. Ob es also einen kausalen Zusammenhang gibt, lässt sich anhand der Ergebnisse oft nicht sagen. Wie genau Vitamin D beziehungsweise ein Mangel daran mit Erkrankungen in Zusammenhang steht, bedarf deshalb noch weiterer Forschung.

Untersuchungen zeigen, dass viele schwangere Frauen mit Vitamin D unterversorgt sind, selbst im Sommer. Eine gute Vitamin-D-Versorgung in der Schwangerschaft ist jedoch wichtig, damit sich der Embryo optimal entwickeln kann.

Ob es sinnvoll ist, Vitamin D in der Schwangerschaft vorbeugend als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, ist unter Fachleuten allerdings umstritten. Allgemeingültige Empfehlungen dazu gibt es bislang nicht.

Wahrscheinlich benötigen schwangere Frauen nicht mehr Vitamin D als sonst. Bei fehlender Vitamin-D-Produktion über die Haut gehen Fachleute davon aus, dass eine tägliche Zufuhr von 20 µg (= 800 IE) für sie ausreicht. Es gibt aber auch Stimmen, die eine höhere Zufuhr befürworten.

Eine regelmäßige Vitamin-D-Einnahme über die 20 µg hinaus verringert möglicherweise das Risiko für Komplikationen wie einen Schwangerschaftsdiabetes. Ob Risiken wie eine Präeklampsie oder ein niedriges Geburtsgewicht durch eine Vitamin-D-Einnahme positiv beeinflusst werden, lässt sich nicht sicher sagen.

Liegt bei Schwangeren nachweislich ein Vitamin-D-Mangel vor, sollte dieser jedoch ausgeglichen werden. Fachleute empfehlen dann auch eine höhere Dosis als 20 µg, nämlich 37 bis 50 µg (= 1.480 bis 2.000 IE) pro Tag. Bis zu 100 µg (= 4.000 IE) Vitamin D pro Tag gelten bei Schwangeren noch als unbedenklich.

Vitamin D: Nahrungsergänzungsmittel gibt es in unterschiedlichen Formen.Vergrößern des Bildes
Vitamin D: Nahrungsergänzungsmittel gibt es in unterschiedlichen Formen. (Quelle: IMAGO/ALICE / IMAGE POINT FR / BSIP/imago-images-bilder)

Ob nun in Form von Tabletten, Kapseln, Öl oder Tropfen – wer vorhat, Vitamin D auf eigene Faust als Nahrungsergänzungsmittel über längere Zeit einzunehmen, sollte vorher beim Arzt oder bei der Ärztin den Vitamin-D-Status prüfen lassen. So lässt sich feststellen, ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, der behoben werden muss.

Zum Teil lässt sich ein Vitamin-D-Mangel einfach ausgleichen, indem Betroffene mehr ins Freie gehen und der Haut dadurch mehr Gelegenheit geben, Vitamin D selbst zu produzieren. Das ist jedoch nicht immer möglich.

Bei einem nachweislichen Vitamin-D-Mangel wird der Arzt oder die Ärztin entsprechende Vitamin-D-Präparate in Form von Tabletten, Öl oder Tropfen empfehlen, wenn davon auszugehen ist,

  • dass die Vitamin-D-Produktion über die Haut nicht ausreicht
  • und/oder Risikofaktoren für einen Mangel vorliegen.

In vielen Fällen müssen Betroffene bei einem Vitamin-D-Mangel entsprechende Präparate selbst zahlen. Eine Ausnahme sind Menschen mit bestimmten Erkrankungen, wie etwa einer Osteoporose, einer Osteomalazie, einer Rachitis, einer Nebenschilddrüsenunterfunktion oder einer schweren Nierenfunktionsstörung. Sie können Vitamin-D-Präparate als Kassenleistung auf Rezept bekommen.

Geht es darum, Vitamin D zu verschreiben, ist außerdem die Frage wichtig, ob es sich bei einem Vitamin-D-Präparat um ein Nahrungsergänzungsmittel oder um ein Arzneimittel handelt. Präparate bis 1.000 IE (= 25 µg) gelten als Nahrungsergänzungsmittel und damit als apothekenpflichtig. Sie können also frei erworben werden. Alle höher dosierten Vitamin-D-Präparate sind als Medikament einzuordnen – sie gibt es nur auf Rezept.

In bestimmten Fällen können allerdings auch Vitamin-D-Präparate bis 1.000 IE verschrieben werden, nämlich bei

  • Menschen mit Osteoporose, die krankheitsbedingt bereits Knochenbrüche erlitten haben,
  • Menschen, die mindestens sechs Monate mit bestimmten Kortisonpräparaten behandelt werden,
  • Menschen, die mit Bisphosphonaten behandelt werden (z. B. bei Osteoporose).

Die Einnahme von Vitamin D zu vorbeugenden Zwecken kann zudem für Menschen ratsam sein, die ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel haben.

Dazu zählen zum Beispiel ältere Menschen ab dem 65. Lebensjahr, insbesondere, wenn diese in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und deswegen nicht ausreichend ins Freie kommen. Auch Personen, die nur stark verhüllt ins Freie gehen oder eine dunkle Hautfarbe haben, zählen zu den Risikogruppen.

Wer Vitamin D in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich nimmt, sollte laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung nicht mehr als 20 µg (= 800 IE) pro Tag einnehmen. Eine höhere Dosis ist ernährungswissenschaftlich gesehen nicht erforderlich. Besteht der Vitamin-D-Mangel jedoch aufgrund einer Erkrankung, kann der Arzt oder die Ärztin dennoch zu einer höheren Vitamin-D-Dosierung raten.

Die Einnahme von Vitamin wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus, wenn zuvor ein Mangel bestand. Ist der Vitamin-D-Status jedoch normal, scheint der gesundheitliche Nutzen bei einer Einnahme fraglich.

Menschen, die regelmäßig Medikamente wie Herzglykoside einnehmen, sollten Vitamin-D-Präparate am besten nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen. Denn diese können die Wirkung der Herzglykoside verstärken. Unter Umständen lässt sich die Gefahr von Wechselwirkungen jedoch umgehen, wenn man diese mit dem passenden zeitlichen Abstand einnimmt.

Häufig ist zu lesen, dass Vitamin-D-Präparate am besten immer zusammen mit Vitamin K eingenommen werden sollten. Die Begründung dafür ist, dass die Einnahme von Vitamin D allein, insbesondere bei höherer Dosierung, ansonsten zu einem Mangel an Vitamin K führen und so der positiven Wirkung für die Knochengesundheit entgegenwirken könne.

Ob die Kombination von Vitamin D und Vitamin K tatsächlich besser für die Knochengesundheit ist als die Einzelgabe von Vitamin D oder vor Calciumablagerungen in den Gefäßen schützt, ist wissenschaftlich gesehen jedoch unklar. Allgemeingültige Empfehlungen zu Vitamin D und Vitamin K lassen sich deshalb zurzeit nicht treffen.

Ob im Falle einer Osteoporose gegebenenfalls eine kombinierte Einnahme von Vitamin D und Vitamin K ratsam sein kann, muss der Arzt oder die Ärztin entscheiden. Die Leitlinie zur Behandlung von Osteoporose rät von einer hochdosierten Vitamin-K-Einnahme ab, empfiehlt jedoch, auf eine ausreichende Vitamin-K-Zufuhr über die Ernährung zu achten.

Eine Vitamin-D-Überdosierung ist nur möglich, wenn Vitamin-D-Präparate über längere Zeit zu hoch dosiert eingenommen werden. Als bedenklich gilt dabei eine langfristige Vitamin-D-Einnahme von über 100 µg (= 4.000 IE) täglich.

Dauert die Vitamin-D-Überdosierung länger an, kann eine Hyperkalzämie entstehen. Dabei steigen die Calciumwerte im Blut stark an, weil der Körper durch die hohen Vitamin-D-Mengen auch mehr Calcium aus dem Nahrungsbrei im Darm aufnimmt.

Bei anhaltend hohen Calciumwerten lagert sich Calcium in den Nieren ab und es steigt das Risiko für Nierenprobleme, wie etwa Nierensteine oder eine Nierenverkalkung. Das abgelagerte Calcium schädigt die Nieren in einer Weise, die sich nicht mehr rückgängig machen lässt.

Durch zu viel Sonne oder über die Ernährung ist jedoch keine Überdosierung von Vitamin D zu befürchten. Ohnehin gibt es nur wenige Lebensmittel, die überhaupt einen nennenswerten Vitamin-D-Gehalt haben.

Mithilfe der Sonne lassen sich (im Sommer) theoretisch bereits nach kurzer Zeit 90 Prozent des Tagesbedarfs decken. Wer sich länger in der Sonne aufhält, muss jedoch keine Vitamin-D-Schwemme befürchten. Der Körper stellt Vitamin D in der Haut nicht über den Bedarf hinaus her und drosselt die Produktion nach einer Weile.

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