Heute habe ich mir ein Frühstücksei gemacht. Toll, werden Sie jetzt denken, na und? Tatsächlich habe ich länger darüber nachgedacht, ob ich mir diesen Luxus nicht fürs Wochenende aufsparen sollte. Ich habe überschlagen, wie viele Eier dann noch im Kühlschrank wären (sieben) und wie lange es wohl dauern würde, bis ich wieder an frische komme (keine Ahnung). Denn Eier sind etwas ganz Besonderes dort, wo ich lebe.
Kein Witz: In den USA, dem reichsten Land der Welt, ist ein Grundnahrungsmittel plötzlich Mangelware. In meinem Einkaufsladen mitten in der Hauptstadt Washington, D. C., ist das Eierregal schon seit Wochen leer. Um das zu bekommen, was ich heute Morgen genüsslich verzehrt habe, musste ich erst einen Ausflug nach Virginia machen, in den benachbarten Bundesstaat also. Als ich dort mit Kolleginnen durch einen koreanischen Supermarkt schlenderte, rief eine plötzlich enthusiastisch: „Guckt mal, die haben Eier!“ So vorsichtig wie diesen habe ich noch nie einen Karton nach Hause transportiert.