Wasser trinken: Bin ich ein Aquarium, oder was?

Jetzt war ja gerade wieder „Dry January“, einige meiner ansonsten wirklich sehr angenehmen Freunde haben da mitgemacht. „Danke“, haben sie.

Jetzt war ja gerade wieder „Dry January“, einige meiner ansonsten wirklich sehr angenehmen Freunde haben da mitgemacht. „Danke“, haben sie noch zum besten Schluck Rotwein gesagt, mit diesem kleinen Lächeln, das man auch von Menschen kennt, die nur mit Helm Fahrrad fahren oder dieses Jahr Sommerurlaub in Deutschland machen. „Danke, wir trinken gerade nichts.“

Ich bin froh, dass der „Dry J“ jetzt vorbei ist, denn mir ist das ein bisschen auf die Nerven gefallen. „Ich trinke gerade nichts“, die Formulierung ist ja sehr unpräzise, in Wirklichkeit haben meine Freunde alle getrunken. Literweise. Sind, wie gehabt, noch zur kürzesten Runde in den Park mit Flüssigkeitsvorräten losgezogen, als wollten sie unterwegs einen brennenden Busch löschen. Haben sich zum Joggen ästhetisch fragwürdige Trinkrucksäcke mit Schläuchen auf den Rücken geschnallt, wie Dudelsackspieler, nur andersrum. Haben die aufs Milligramm runtergetunten Ultraleicht-Schulranzen ihrer Kinder mit Metalltrinkflaschen so beschwert, dass die Kleinen beim Aufsetzen jedes Mal fast nach hinten umfallen. Mit anderen Worten: In Wahrheit haben meine Freunde einfach nur keinen Alkohol getrunken, so muss es heißen.

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