Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen hat für das laufende Jahr einen Rückgang seiner Finanzierung um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr verkündet. Bereits in den vergangenen zwei Jahren habe das WFP immer weniger Gelder erhalten, teilte die UN-Organisation mit.
Laut WFP fällt dieser Umstand zusammen mit einem Höchststand an Hilfsbedürftigen. So hätten die Kürzungen „in Verbindung mit einer Rekordzahl von Menschen in Not zu einer beispiellosen Krise für dutzende Millionen Menschen auf der ganzen Welt geführt“, hieß es in einer Erklärung. Die globale Hungersituation habe sich dramatisch verschärft. Rund 343 Millionen Menschen seien von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Ursachen seien Konflikte, wirtschaftliche Instabilität und klimabedingte Katastrophen.
„Ein finanzieller Abgrund, der lebensbedrohliche Folgen haben könnte“
In der Konsequenz müsse das Welternährungsprogramm die Länder mit dem größten Bedarf priorisieren. Obwohl die Organisation alles daran setze, ihre Betriebskosten zu senken, stehe das WFP vor einem „finanziellen Abgrund, der lebensbedrohliche Folgen haben könnte“, sagte Rania Dagash-Kamara, beigeordnete WFP-Exekutivdirektorin. „Notfall-Ernährungsprogramme retten nicht nur Leben und lindern menschliches Leid. Sie bringen auch dringend benötigte Stabilität in fragile Gemeinschaften.“
Schätzungen zufolge könnten durch die fehlenden Mittel 58 Millionen Menschen lebenswichtige Hilfen verlieren, die ihnen durch die Organisation ermöglicht werden. Betroffen sind laut Welternährungsprogramm Menschen in 28 Krisengebieten, darunter Sudan, die Demokratische Republik Kongo und die Palästinensischen Gebiete. Das WFP teilte mit, dass im Gazastreifen nur noch Lebensmittel für zwei Wochen zur Verfügung stünden. Nach der Wiederaufnahme der Kämpfe drohe in dem Küstenstreifen eine Hungersnot.
Angesichts dramatischer Kürzungen der internationalen Hilfen in den vergangenen Wochen machen sich Hilfsorganisationen zunehmend Sorgen. In den USA hat die Regierung von Präsidenten Donald Trump 83 Prozent der Programme ihrer Entwicklungshilfebehörde USAID gestrichen. Die Behörde verwaltete bisher ein Jahresbudget von 42,8 Milliarden Dollar (rund 39,6 Milliarden Euro) – das entspricht 42 Prozent aller für humanitäre Hilfe ausgegebenen Gelder weltweit. Auch Großbritannien, Frankreich, Deutschland und die skandinavischen Länder kürzten ihre Budgets für internationale Hilfen.